JUNGE SICHTUngewohnt denken. Neu handeln. Kostenloses Erstgespräch am Telefon
Lisa Junge im Profil

Lisa Junge, systemische Beraterin in TrierHallo, ich bin Lisa Junge.

Ich bin Systemische Beraterin, Supervisorin und Coachin (DGSF) und staatlich anerkannte Erzieherin. Darüber hinaus befinde ich mich in den Weiterbildungen „Systemische (Familien-)Therapie“ (DGSF) und Systemische Traumapädagogik.

  • Mitglied der DGSF
  • Im Raum Trier und Luxemburg
  • Beratung auch online

Was meine Arbeit geprägt hat

Es waren vor allem Menschen.

Wenn Sie mich fragen würden, was meine Arbeit wirklich geprägt hat, würde ich Ihnen nicht nur meine Weiterbildungen aufzählen.

Ich habe viele Jahre in der vollstationären Jugendhilfe gearbeitet und über mehrere Jahre selbst eine Wohngruppe geleitet. Ich habe Kinder und Jugendliche erlebt, deren Verhalten Erwachsene an ihre Grenzen gebracht hat. Eltern, die verzweifelt waren. Mitarbeitende, die unglaublich engagiert waren und trotzdem irgendwann nicht mehr weiterwussten. Teams, die sich miteinander festgefahren hatten.

Und ich kenne die andere Seite: Verantwortung tragen, Entscheidungen treffen, Mitarbeitende führen und auch dann handlungsfähig bleiben müssen, wenn es gerade keine perfekte Lösung gibt. Diese Erfahrungen haben meinen Blick geprägt. Heute verbinde ich sie mit meiner systemischen Arbeit.

Ich mag Menschen in ihrer ganzen Vielfalt. Mich interessieren die Geschichten hinter dem Offensichtlichen.

Und ich glaube daran, dass Menschen vieles bereits in sich tragen, was sie brauchen, um neue Perspektiven zu entwickeln und ihren eigenen Weg zu finden. Häufig brauchen sie dafür einen Ort, an dem sie sich selbst wieder ein bisschen besser verstehen können.

Meine Haltung

Der Mensch hinter dem Verhalten interessiert mich.

Methoden sind wichtig. Fachwissen ist wichtig. Aber entscheidend ist für mich die Haltung, mit der wir Menschen begegnen. Einige Gedanken ziehen sich deshalb wie ein roter Faden durch meine Arbeit.

„Hinter jedem Verhalten steckt ein guter Grund.“

Das ist wahrscheinlich einer meiner wichtigsten Grundsätze. Ein guter Grund bedeutet nicht, dass jedes Verhalten gut ist, und auch nicht, dass wir alles akzeptieren müssen. Es bedeutet: Verhalten ergibt im Zusammenhang mit Erfahrungen, Bedürfnissen und Möglichkeiten eines Menschen häufig Sinn. Vielleicht schützt es. Vielleicht vermeidet es etwas. Vielleicht reguliert es. Vielleicht verschafft es Sicherheit. Vielleicht ist es gerade schlicht die beste Möglichkeit, die diesem Menschen zur Verfügung steht.

Deshalb möchte ich nicht nur fragen: „Wie bekommen wir das weg?“ Sondern: „Wofür könnte dieses Verhalten gerade eine Lösung sein?“ Verstehen bedeutet nicht gutheißen. Verstehen ermöglicht aber häufig, anders zu handeln.

„Es könnte auch ganz anders sein.“

Meine Erklärung einer Situation ist nicht automatisch die Wahrheit. Das gilt für Eltern, für Fachkräfte, für Paare, für Teams. Und natürlich auch für mich als Beraterin. Deshalb möchte ich Hypothesen nicht mit Wahrheiten verwechseln. Neugier statt Gewissheit. Vielleicht ist etwas tatsächlich so. Vielleicht aber auch ganz anders. Und genau dieser kleine Spalt zwischen beiden Möglichkeiten kann manchmal unglaublich viel verändern.

„Beziehung vor Veränderung.“

Beziehung ist für mich kein Extra. Sie ist Grundlage. Gerade bei Kindern schlägt mein Herz für einen beziehungs- und bindungsorientierten Blick. Kinder brauchen Erwachsene, die nicht nur auf ihr Verhalten reagieren, sondern bereit sind, dahinterzuschauen. Dabei bedeutet Beziehung nicht: keine Grenzen, keine Konsequenzen, alles erlauben. Im Gegenteil. Ich kann dich verstehen und trotzdem Nein sagen. Ich kann dein Bedürfnis sehen und trotzdem eine Grenze setzen. Ich kann dein Verhalten schwierig finden und dich trotzdem nicht als schwierigen Menschen betrachten. Beziehung zeigt sich für mich gerade dort, wo es schwierig wird.

Verhalten ist Kommunikation.

Kinder können uns nicht immer sagen: „Das ist mir zu viel.“ „Ich bin überfordert.“ „Ich brauche Hilfe.“ Manchmal erzählen sie es durch Verhalten. Durch Wut, Rückzug, Verweigerung, Lautstärke, Impulsivität, Unruhe. Oder durch das, was Erwachsene irgendwann als „Verhaltensauffälligkeit“ bezeichnen. Deshalb interessiert mich: Was versucht dieses Verhalten gerade zu leisten? Vielleicht ist es momentan der bestmögliche Regulations- oder Bewältigungsversuch dieses Kindes. Dann verändert sich mein Blick. Ich sehe nicht mehr nur: „Dieses Kind stört.“ Sondern vielleicht: „Dieses Kind versucht gerade, irgendwie zurechtzukommen.“ Und daraus entstehen völlig andere Fragen.

Nicht jedes Verhalten braucht ein Etikett. Aber jedes Verhalten verdient einen zweiten Blick.

Neurodiversität und insbesondere ADHS sind Themen, mit denen ich mich fachlich zunehmend intensiv beschäftige.

Dabei ist mir ein differenzierter Blick wichtig: Nicht jedes auffällige, impulsive, unruhige oder herausfordernde Verhalten lässt sich durch ADHS oder eine andere Form von Neurodivergenz erklären. Menschen sind mehr als eine Diagnose, und Verhalten kann viele unterschiedliche Gründe haben.

Gleichzeitig können wir viel aus einer neurodiversitätssensiblen Haltung mitnehmen, unabhängig davon, ob eine Diagnose vorliegt oder nicht. Dazu gehört für mich, Menschen auf Augenhöhe zu begegnen, ihre individuellen Voraussetzungen ernst zu nehmen und genauer hinzuschauen, bevor Verhalten bewertet wird.

Statt vorschnell von „will nicht“, „hört nicht“ oder „strengt sich nicht genug an“ auszugehen, interessiert mich die Frage: Was braucht dieser Mensch, damit etwas möglich werden kann?

Diese Haltung bedeutet für mich nicht, jedes Verhalten zu erklären oder Grenzen aufzulösen. Sie bedeutet, Verhalten verstehen zu wollen, ohne den Menschen darauf zu reduzieren, und gemeinsam nach Wegen zu suchen, die zu seinen Möglichkeiten, Bedürfnissen und seinem Umfeld passen.

„Was ist passiert?“ statt nur „Was stimmt nicht?“

Die Haltung der Traumapädagogik berührt einen wesentlichen Teil meines Menschenbildes. Nicht, weil hinter jedem schwierigen Verhalten automatisch ein Trauma steckt. Sondern weil sie uns dazu einlädt, Verhalten im Zusammenhang mit Erfahrungen und Bewältigung zu betrachten. Manche Strategien, die heute Schwierigkeiten verursachen, waren vielleicht einmal sinnvoll. Sie haben geschützt, Sicherheit geschaffen, Kontrolle ermöglicht oder geholfen, eine Situation überhaupt auszuhalten. Deshalb interessiert mich auch hier der gute Grund. Nicht um problematisches Verhalten schönzureden. Sondern um den Menschen dahinter nicht zu verlieren.

„Beides darf gleichzeitig wahr sein.“

Dieser Satz ist für mich inzwischen fast genauso wichtig wie der gute Grund. Ein Kind kann sein Bestmögliches geben und seine Mutter völlig erschöpfen. Eltern können ihr Kind lieben und manchmal keine Geduld mehr haben. Eine Fachkraft kann ein Kind wertschätzen und mit seinem Verhalten überfordert sein. Ein Partner kann verletzt sein und der andere ebenfalls. Eine Führungskraft kann eine gute Entscheidung treffen und damit jemanden enttäuschen. Wir müssen nicht immer entscheiden, welche Seite recht hat. Manchmal beginnt Veränderung genau dort, wo wir anfangen, beide Perspektiven auszuhalten.

Selbstfürsorge ist kein Egoismus.

Wo bin eigentlich ich? Dieser Gedanke liegt mir besonders am Herzen. Menschen, die viel Verantwortung übernehmen, sind häufig sehr gut darin zu fragen: Was braucht mein Kind? Was braucht mein Partner? Was braucht meine Familie? Was braucht mein Team? Was muss ich noch erledigen? Und irgendwann ist jeder berücksichtigt. Außer man selbst.

Für mich bedeutet Selbstfürsorge deshalb nicht nur Wellness, Urlaub oder eine Stunde „Me-Time“. Sie beginnt mit viel grundlegenderen Fragen: Wie geht es mir eigentlich? Was brauche ich? Wo liegen meine Grenzen? Was gibt mir Kraft? Was kostet mich dauerhaft Kraft? Ich finde, wir dürfen uns selbst an eine wichtige Stelle setzen. Nicht aus Egoismus, sondern weil wir selbst Teil unserer Beziehungen und Systeme sind. Wenn es mir gut geht, kann ich mit meiner Kraft auch für andere da sein. Sich selbst wichtig zu nehmen bedeutet deshalb manchmal auch, Verantwortung zu übernehmen. Für sich selbst und für die Menschen, für die man da sein möchte.

„Was funktioniert, verdient Aufmerksamkeit.“

Wenn etwas lange schwierig ist, sehen wir irgendwann hauptsächlich das Problem. Deshalb frage ich gerne: Wann ist es anders? Wann klappt es ein kleines bisschen besser? Was machen Sie dann? Was macht der andere? Wer würde als Erstes bemerken, dass sich etwas verändert? Was können Sie bereits? Was hat Ihnen früher geholfen? Und: Was soll auf keinen Fall verändert werden? Denn Menschen bringen häufig bereits viel mehr mit, als ihnen in schwierigen Zeiten bewusst ist.

„Veränderung darf klein anfangen.“

Nicht jede Veränderung braucht einen großen Plan. Eine andere Frage kann ein Gespräch verändern. Eine kleine Grenze kann eine Dynamik verändern. Eine andere Reaktion kann einen bekannten Streit unterbrechen. Eine Pause kann verhindern, dass etwas eskaliert. Ein anderer Blick auf ein Kind kann Beziehung verändern. Kleine Veränderungen an einer Stelle können an einer ganz anderen Stelle etwas in Bewegung bringen.

Meine Junge Sicht

Was „Junge Sicht“ für mich bedeutet.

Natürlich steckt mein Name darin. Aber inzwischen steckt für mich noch viel mehr dahinter.

Den guten Grund verstehen. Den nächsten Schritt gehen.

Junge Sicht bedeutet:

  1. Den Menschen hinter seinem Verhalten sehen.
  2. Neugierig bleiben, bevor wir bewerten.
  3. Zusammenhänge statt Schuldige suchen.
  4. Verstehen, ohne alles gutheißen zu müssen.
  5. Grenzen setzen, ohne Beziehung abzubrechen.
  6. Ressourcen sehen, ohne Schwierigkeiten kleinzureden.
  7. Verschiedene Wahrheiten nebeneinander aushalten.
  8. Sich selbst genauso wichtig nehmen wie die Menschen, für die man Verantwortung trägt.
  9. Nicht vorschnell glauben, die Erklärung bereits zu kennen.
  10. Und immer wieder fragen: Könnte es auch ganz anders sein?

Vielleicht ist genau das meine Art zu arbeiten: Bekanntes ein bisschen anders anschauen. Manchmal ungewohnt denken. Und daraus neue Möglichkeiten entstehen lassen.

Ungewohnt denken. Neu handeln.

Beziehung. Verstehen. Veränderung.

Wenn ich meine Arbeit auf drei Begriffe reduzieren müsste, wären es wahrscheinlich diese.

Beziehung.

Weil Menschen einen wertschätzenden und sicheren Rahmen brauchen, um sich zeigen und entwickeln zu können.

Verstehen.

Weil Verhalten selten grundlos entsteht und Verstehen neue Möglichkeiten eröffnet.

Veränderung.

Weil Verstehen irgendwann auch zu etwas Neuem führen darf. Zu einer anderen Reaktion, einer klareren Grenze, einer neuen Entscheidung, einer veränderten Umgebung, einem anderen Gespräch.

Oder manchmal zunächst einfach zu dem Gedanken:

Vielleicht muss ich mich oder den anderen nicht sofort verändern. Vielleicht darf ich zuerst verstehen.

Wie ich arbeite

Systemisch. Praxisnah. Individuell. Und gerne auch ein bisschen anders.

Bei mir gibt es nicht die eine Methode, die zu jedem Menschen passen muss. Manchmal reden wir. Manchmal visualisieren wir. Manchmal stehen wir auf und betrachten eine Situation tatsächlich aus einer anderen Position. Wir können Beziehungen sichtbar machen, skalieren, sortieren, mit Symbolen arbeiten, unterschiedliche innere Stimmen betrachten oder Perspektiven wechseln.

Ich arbeite unter anderem mit systemischen Aufstellungen, Timeline-Arbeit, Skalierungen, Anteilsarbeit und weiteren systemischen Methoden. Aber keine Sorge: Sie müssen keine Methode können. Das ist mein Job.

Die Methode muss zum Menschen passen, nicht der Mensch zur Methode.

Lisa Junge, systemische Beraterin aus Trier

Passen wir zusammen?

Vielleicht passen wir zusammen, wenn Sie …

  • nicht einfach nur einen schnellen Ratschlag suchen.
  • verstehen möchten, was hinter einer Situation steckt.
  • neugierig auf andere Perspektiven sind.
  • Wertschätzung wichtig finden, aber genauso Klarheit.
  • Schwierigkeiten ernst nehmen möchten, ohne sich selbst oder andere darauf zu reduzieren.
  • bereit sind, auch eigene Muster anzuschauen.
  • keine steife Beratungsatmosphäre suchen.
  • Veränderung möchten, aber noch gar nicht genau wissen, wie diese aussehen soll.

Sie brauchen übrigens auch kein perfekt formuliertes Ziel. Vielleicht lautet Ihr erster Satz einfach: „Ich weiß gar nicht genau, wo ich anfangen soll.“ Dann fangen wir genau dort an.

Grundsätzlich ist jedes Anliegen willkommen

Im ersten Kontakt schauen wir gemeinsam, ob Sie sich bei mir gut aufgehoben fühlen und ob meine fachliche Ausrichtung und Arbeitsweise zu Ihrem Anliegen passen. Mir ist wichtig, transparent zu sein, wenn ein Anliegen andere oder weiterführende fachliche Unterstützung braucht.

Auch während unserer Zusammenarbeit überprüfen wir gemeinsam, ob der eingeschlagene Weg weiterhin hilfreich und stimmig ist. Wenn sich etwas verändert, besprechen wir, was es braucht und wie ein guter nächster Schritt aussehen kann.

Bei schweren seelischen Erkrankungen brauchen Menschen ärztliche oder psychotherapeutische Hilfe. Wer auf einen Therapieplatz wartet, kann bei mir den Übergang gestalten, wenn es passt.

Qualifikationen

Womit ich arbeite.

Systemische Beraterin, Supervisorin und Coachin (DGSF)
Zertifiziert nach den Standards der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF). Ihre Ethikrichtlinien binden mich, auch in der Schweigepflicht. Zertifikate: Systemische Beraterin 2021, Systemische Supervisorin und Systemische Coachin 2026.
Akkreditiert in Luxemburg für Supervision, Coaching und Fortbildung
Das luxemburgische Bildungsministerium (Ministère de l’Éducation nationale, de l’Enfance et de la Jeunesse) hat mich im Januar 2026 für fünf Jahre als Fortbildnerin und fachliche Begleiterin akkreditiert, in zwei Bereichen: non-formale Bildung von Kindern und Jugendlichen sowie Kinder- und Familienhilfe. Das umfasst Fortbildungen, Teamsupervision und Coaching für Leitungen, in der non-formalen Bildung auch Fallsupervision.
Staatlich anerkannte Erzieherin
Der Beruf, aus dem meine Arbeit kommt: viele Jahre in der vollstationären Jugendhilfe, mehrere Jahre als Leitung einer Wohngruppe.
Weiterbildung „Systemische (Familien-)Therapie“ (DGSF) laufend
Vertieft meine Arbeit mit Familien.
Weiterbildung zur Systemischen Traumapädagogin laufend
Die Haltung dahinter prägt meinen Blick schon heute: Statt zu fragen „Was stimmt mit dir nicht?“, richtet sich der Fokus eher auf „Was ist mit dir passiert, wofür war dieses Verhalten hilfreich und was brauchst du heute?“

Mitglied der DGSF. Fachlich beschäftige ich mich zunehmend intensiv mit Neurodiversität und ADHS.

Beratungsraum: grüne Wand, zwei dunkelblaue Sessel, heller Teppich

Passt es zwischen uns?

Qualifikationen und Methoden sind wichtig. Aber Beratung braucht auch Vertrauen und Beziehung. Ein Erstgespräch von 20 Minuten am Telefon kostet nichts, und ein erster Satz genügt.

Wo
Im Raum Trier und Luxemburg
in einem Beratungsraum, im Gehen (Walk and Talk) oder online
Den Ort vereinbaren wir im Erstgespräch
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0176 64961139
Vertraulich
Alles, was Sie mitbringen, unterliegt der Schweigepflicht.
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